Fei

Erklärung

„Fei“ is a ganz klassischer bayerischer Alltagsbegleiter – koa g’scheites G’ratscherl (Gespräch) ohne, dass da irgendwo a „fei“ reinfliagt. Des is a so a Partikel, wo ma ned so recht übersetzen ko, weil’s mehr a Gefühlsfärbung is. I stell ma grad vor: Oma sitzt am Kaffeetisch und sagt: „Des is fei koa Witz!“ – da weißt glei, junger Mann, aufpassen! Des Wortl kommt meist so nebenbei, hat aber eben die Funktion, dass ma ernst g’meint is oder a besondere Betonung braucht. Du kannst’s also ned wirklich „übersetzen“, eher „spüren“ – und des macht ’s so charmant (oder nervig, je nachdem).

Bedeutung

Deutsch: Partikel zur Verstärkung der Aussage; bringt Nachdruck, Bekräftigung oder Hinweis auf Wichtigkeit zum Ausdruck.
Englisch: Modal particle emphasizing that something is indeed the case, often with a nuance of warning or insistence (roughly: ‚mind you‘, ‚you know‘).

Aussprache

IPA: [faɪ̯]
Umschrift:fei (Reim auf „dabei“).

Herkunft / Kulturhintergrund

„Fei“ findet ma hauptsächlich in Altbayern, Oberfranken und drumherum. Ganz genau weiß keiner, wo’s herkommt – wahrscheinlich eine alte Nebenform von ‚frei‘, also im Sinn von ‚wirklich, tatsächlich‘. In der Umgangssprache hat’s dann a ganz eigene Dynamik entwickelt. Kulturbesonders is: in manchem Dialektraum kann „fei“ warnend klingen (‚pass auf!‘), in anderem eher zustimmend oder bestätigend. A richtige Universalwaffe halt – je nach Tonfall.

Typische Verwendung (Beispiele)

„Des is fei a schneidigs Weiza!“ – (Das ist aber wirklich ein würziges Weißbier!)
„Z’spat kommst fei ned wieder ins Haus!“ – (Wenn du zu spät kommst, kommst du wirklich nicht mehr ins Haus!)

Grantler-Kommentar

Jo mei, ohne „fei“ wär der Bayer sprachlich aufgschmissen. Is halt wia a Schraubenzieher mitm Kreuzaufsatz – universell einsetzbar, überlebenswichtig und in jedem Werkzeugkasten – äh, Sprachkasten. Aber wehe, jemand aus Preißnland probiert des krampfhaft zum Nachsagn. Des klingt dann fei, als würd er an Kaugummi verschlucken. Drum bleibts bei euch bei eurem „ganz bestimmt“ und „wirklich“ – mia ham unsa „fei“, und des geb ma fei ned her!

Verwandte Wörter

scho (schon)
gwiß (gewiss)
eh (doch, ohnehin im österr. Kontext)

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