Erklärung
„Geh“ – a klans, unscheinbares Wörtl, aber owei g’fährlich kraftvoll. Im Alltag wird’s fast dauernd in Bayern genutzt, und zwar ned nur als schnödes „Geh!“ im Sinn von „Beweg di“, sondern als Allzweck-Einleitung für Aufforderung, ERmahnung oder gar als pseudoliebevolles „Na komm, sei ned so“. Zum Beispiel, wenn d’Nachbarin im Wirtshaus sagt: „Geh, setz di her und sauf a Maß mit uns.“ Oder halt grantig: „Geh, loss des, du Depp!“ Mit dem „Geh“ schafft ma gleich a klare Stimmung – freundlich, spaßig oder g’radaus grantig.
Bedeutung
Deutsch: Ausruf, der als Aufforderung, Ermahnung, Einleitung oder Ausdruck von Ungeduld genutzt wird. Oft auch im Sinn von ‚Komm schon‘ oder ‚Lass das‘.
Englisch: „“Go on““, „“Come on““, or simply „“Stop that““ – depending on tone and context. It functions as an interjection for urging, scolding, or coaxing someone.
Aussprache
IPA: [geː]
Umschrift:Geh (langes e, weich gesprochen)
Herkunft / Kulturhintergrund
Das Wörtchen „Geh“ leitet sich schlicht vom Verb „gehen“ ab, hat sich aber im bayerischen Sprachgebrauch längst selbständig gemacht. Statt einer reinen Bewegungsaufforderung dient es als Signalwort für Aufmerksamkeit, oft kombiniert mit Gestik (Handbewegung, Augenrollen). Besonders in der Alltagskommunikation – sei’s dahoam, am Stammtisch oder beim Schimpfen mit dera Jugend – ist „Geh“ fest verankert. Seine Flexibilität macht’s fast schon zum bayerischen Satzzeichen.
Typische Verwendung (Beispiele)
„Geh, mach zua do Tür, des zieht wia verruckt!“ – „Komm, mach die Tür zu, es zieht wie verrückt!“
„Geh, loss des Blödsinn, sonst setzt’s wos!“ – „Hör auf mit dem Blödsinn, sonst gibt es Ärger!“
Grantler-Kommentar
Jo mei, des „Geh“ is hoid wia a Schweizer Taschenmesser – für olle Lebenslagen tauglich. Bloss dass ma ned Dosen aufmochn damit, sondern Leit auf’n Wecker gehn. Manchmois host a freundlich „Geh, kumm, trink no oans!“ – und wennst net aufpassst, bist glei drei Halbe weida. Und andersmois kriagst an grantigen Anschiss: „Geh, spinn ned!“ – und scho weißt, de Diskussio is beendet. Des Wört’l is g’schmeidig, aber a g’fährlich – weil a Bayer braucht oft gor nimma mehra Wiafln, a „Geh“ reicht oft scho. So samma hoid.
Verwandte Wörter
Loss!
Kumm!
Hör auf!
Mach scho!

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